Da habe ich hin und her überlegt.
Letztes Jahr hatte ich in der Raufe nur Stroh und wir haben den Mädels morgens und abends je 3 Beutel Heu hingehangen.
Das klappte soweit auch gut.
Eigentlich bin ich ja ein Freund von: "never change a running system" aber ein paar Überlegungen habe ich dann doch angestellt.
Heu in Beutel stopfen ist lästig, vor allem für die schlimmen Allergiker (Ina und Simone)
im Winter morgens in den Stall fahren vor der Arbeit ist lästig, vor allem für mich
Zwischenzeitig habe ich andere Netze gekauft und montiert, sie eignen sich jedenfalls für Rundballen.
Eine Überlegung ging dahin, Stroh in der Raufe zu lassen und zusätzlich loses Heu in Laubsäcken dazuzuwerfen. Das ist schonmal deutlich einfacher als die kleinen Netze.
Dann ist die Strohernte ja quasi dieses Jahr abgesoffen und wenn ich so sehe was es für Stroh gibt, möchte ich eigentlich lieber Heu füttern.
Aber was machen die Mädels wenn sie soviel Heu fressen dürfen wie sie wollen? Wieviel stopfen sie in sich rein? Fressen sie sich selber ins Koma?
Alle Überlegung und Rätselraten helfen nicht, nur Versuch macht kluch.
Also hab ich mir gesagt: wir probieren es aus... vielleicht bereue ich es nach kurzer Zeit, vielleicht auch nicht.
Wenn es klappt ist schön, wenn nicht kommen wir zu Plan A (die Nummer mit den Laubbeuteln) zurück.
Also erstmal den SB überreden mir mit dem Trecker den Ballen reinzuschubsen. Dann erst mal ausmessen und feststellen, dass ein nachträglich eingebautes Quer-Hölzchen versetzt werden muss, damit überhaupt der Rundballen reinpasst. Das ist schnell gemacht. Das Netz abhängen geht auch fix. Dann muss natürlich das restliche Stroh raus.

Dann Netz wieder hochziehen und einhängen, das ganze war am Samstag, den 27.9.

Dienstag 30.9. (Tag 3) sieht das ganze so aus:




das ganze produziert bisher kaum Ausschuss, was mir gut gefällt


Jetzt ist natürlich die spannende Frage: wie lange hält das ganze und wie dick werden die Mädels dabei?
Bisher bin ich mit einem Rundballen knapp 14 Tage ausgekommen, das wird wohl nicht klappen
Ich bin jedenfalls gespannt und werde berichten...
am 2.10. (Tag 5) :

Fuzz frisst durch den Hintereingang

ja, der linke Isolator war am nächsten Tag ab
am 5.10. (Tag 8 ):


am 6.10. (Tag 9)


Wirklich mopsig ist noch keiner geworden, es gibt Fresspausen (wenn auch wenige) und ich bin angenehm überrascht, dass der Ballen doch recht lange hält.
Zwischenzeitig wurde er ingesamt mit 4 Laubsäcken Stroh aufgefüllt. An Tag 5 2 Stück, an Tag 8 einer und an Tag 9 einer.
Nachtrag 9.10.2014
Heu war am 8.10. ( Tag 11) nicht mehr viel drin, vermutlich reicht der Rest bis zum Tag 12., was wesentlich mehr wäre, als ich erwartet hätte!

Nachtrag 11.10.2014
am 9.10. (Tag 12) war immer noch Heu da und das habe ich noch mit etwas Stroh gestreckt, denn es musste nur noch über Nacht reichen.
Morgens am 10.10. (Tag 13) war es dann leer!

Das war jetzt noch ein Ballen aus dem letzten Jahr.
Aber ab jetzt gibt es neues Heu
Und wenn auch das mindestens 10 Tage hält, dann behalten wir diese
Technik bei (vorausgesetzt die Mädels moppeln auch weiterhin nicht
ungewöhnlich auf!) Hier also die 2. und letzte Bilddokumentation:


hier gibts auch noch ein kleines Fressvideo
http://youtu.be/eMPQ1Pyl9Sg
(links Fuzz, Mitte Jalda, links Limone)
Nachtrag 26.10.2014
Aussen um den Heuballen kommt immer ein bisschen Stroh, als natürliche Fressbremse
Also lassen sich die Mädels schon was einfallen
: 
Zwischenzeitig habe ich nochmal über die Vor- und Nachteile nachgedacht.
Vorher war es nach der Weidesaison so, dass ich morgens vor der Arbeit hingefahren bin und habe Heu aufgehangen. Nachmittags war dann immer einer von uns da und hat saubergemacht, ist einen geritten und hat dann anschliessend das Abendheu aufgehangen.
Unter der Woche war das schon so kein Problem. An einem freien Tag musste ich natürlich morgens trotzdem raus die 5 km zum Stall fahren. An Wochenenden ganz besonders blöd, aber vor allem dann wenn man vormittags reiten will. Dann muss man also 2 Stunden vorher schon da sein, Heu aufhängen, dann reiten. Nach dem Reiten war es dann aber manchmal erst 12 Uhr, und das bedeutet, abends muss man wieder hin und Abendheu aufhängen. Noch blöder ist das dann wenn man nachmittags noch was anderes vorhat.
Bisher habe ich mich damit ja ganz gut arrangiert.
Aber es ist jetzt auch toll, dass man einfach reiten kann, ohne zu überlegen, ob man die Weiber aufgefressen haben oder wer einem morgens bzw. abends das Heu aufhängt (meistens blieb der Job an meiner Freundin Monika hängen, die gegenüber vom Stall wohnt
) So komme ich jetzt einfach irgendwann am Tag zum saubermachen und reiten. Also 1x am Tag. Das spart nicht nur Zeit sondern auch Sprit und verbessert die Laune ungemein
: Die Zeit, Heu in die Beutel zu stecken ist auch eingespart und Simone und Ina freuen sich sicher wie doll, dass ihnen als Allergiker der Spass erspart bleibt.
Da die Mädels sich bisher nicht ins Koma fressen, wird das Experiment zunächst auf unbestimmte Zeit weitergeführt.
Sollte sich mittel- oder langfristig ein anderes Problem zeigen, können wir immer noch drüber nachdenken.
Das einzig blöde ist die Abhängigkeit zum Mann mit dem Trecker
Aber das ist bei längerer Beobachtung das einzige nachteilige Problem. Und das ist leider zu einfach zu lösen, als dass ich mir da einen echten Kopf drum machen würde.
Nachtrag 16.11.2014
Das Heuexperiment geht weiter und bisher bin ich sehr zufrieden. Der Rundballen hält bisher immer 11 Tage, was akzeptabel ist.
der 8. Tag (8.11.)

Resteessen am 12.11. (Tag 12)

Eine Vermoppelung ist nicht feststellbar.
Bei dem jetzigen Ballen wird es nochmal ein bisschen spannend, denn ich habe bei diesem Ballen bisher kein Stroh dabei getan (die Qualität taugt einfach nichts für die Fütterung)
Mal sehen wieviele Tage wir jetzt auskommen

Nachtrag 25.Januar 2015:
Ein Rundballen hält im Schnitt 10 Tage, was absolut akzeptabel ist.
Mehr oder weniger täglich wird ein Laubsack voll Stroh dazugefüllt.
Die Ponies sind noch nicht dick geworden, sie sind gut gelaunt, alles ist bestens!
So machen wir es weiter!