Lebertyp

Am Samstag war unsere Chiropraktikerin mal wieder da. Die sagte nun wieder über Jalda (und sie hat vollkommen recht!), sie wäre ein sehr ausgeprägter Lebertyp, was auch zu ihren Rückenverspannungen passt.

Ja, da war mal was... TCM (traditionelle chinesische Medizin) ist ein sehr interessantes Gebiet, also doch noch mal ein Buch rausholen und was nachlesen...

Lebertyp: Der Gan-oder Lebertyp ist ein dominantes Pferd. In der Herde nimmt es eine Führungsposition ein. Wird sie ihm nicht ohne weiteres zugestanden, entstehen Rangeleien, die auch zu Verletzungen führen können. Er ist nicht ängstlich sondern unerschrocken und kann sich sehr ärgern. "Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen", sagt ein altes Sprichwort. Es kennzeichnet diesen Charakter, den wir auch beim Menschen finden. Diese Pferde sind sehr leistungsfähig, wenn sie mitarbeiten. Da sie sich gerne widersetzen, neigen sie zu Muskelverspannungen. Die Maulspalte ist häufig fest und angespannt. Ein Gan-Typ kann schon einen erhöhten Muskeltonus aufweisen, wenn er sich 24 Stunden über seinen Boxennachbarn ärgert. Deshalb muss auf eine beruhigende Umgebung geachtet werden.

Fehler des Reiters registrieren die Lebertypen schnell und nutzen sie aus. Wichtig ist eine konsequente Erziehung. aus: Akupressur für Pferde


Hey, die schreiben über Jalda! ?(

Woher kennen sie die blos so genau?? Aber es scheint die Lösung zu sein, oder doch zumindest ein Ansatz...

Wir erinnern uns: Dieses Pony ist vollkommen beratungsresistent. Wenn sie keine Lust mehr hat, geht sie. Da hält sie auch nichts und niemand von ab. Weder Schläge noch Strom noch sonst irgendwas.

Unerwünschtes Verhalten strafen macht gar keinen Sinn. Sie führt einen dann eigentlich nur vor und zeigt mal kurz, dass man selber keine Möglichkeit zu handeln hat. ("wie waren noch gleich deine Argumente?? ach, nur die kleine Gerte?? :lach: )

Also bleibt nur die Nummer: unerwünschtes Verhalten ignorieren, erwünschtes Verhalten loben. Das funktioniert soweit ganz gut, ich strafe sie wirklich nur dann, wenn sie Dinge macht, die mir persönlich ans Leben gehen (so wie einfach umrennen oder ähnliches)

Daran, dass sie niemals im Leben nachgeben würde oder gar zugeben würde, dass sie was verstanden hat, habe ich mich schon gewöhnt. Also nach dem Motto, ich mache eine Kerbe, stelle das Pony weg und frage sie am nächsten Tag nochmal...
Ja, das geht ganz gut komischerweise. :]

Für mich ein schwieriger Typ, den ich bisher in meiner Geschichte überhaupt noch nicht hatte :rolleyes:

Daher: ungewöhnliches Verhalten braucht ungewöhnliche Lösungen. Also warum nicht mal zur TCM greifen und ein bisschen den Lebertypen bearbeiten??

Bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht und werde es daher auch mal an Fräulein Jalda ausprobieren :augenbrauen:


Nachtrag 7.September: 

:D Jalda hat ihre erste Einheit Akupressur hinter sich... und was soll ich sagen, das war schon ziemlich erfolgreich. Das Tier mit den zusammengekniffenen Lippen stand da mit hängender Unterlippe und hängendem Ohr :lach: Sehr geil!

Und sie hat wirklich keine Minute Energie verschwendet...

Ich glaube, das Leben mit ihr wird jetzt sehr einfach werden!


Nachtrag  23.September: 

2 Wochen später (wobei ich dazu sagen muss, dass ich das Pony nicht täglich bearbeitet habe)

Die Akupressur wird gut angenommen und das Pony verfällt fast schlagartig in ein entspanntes Schlafkoma :augenbrauen:

Keine hysterischen Anfälle mehr wegen der Fliegen oder ähnlicher Unwichtigkeiten. Soweit also schon mal ganz prima. :]

Derweil erhöhe ich auch die geforderte Arbeitsleistung, was auch gut akzeptiert wird.

Am Montag habe ich das erste Mal einige Runden mit Chambon longiert, was zunächst Jalda in Verwunderung versetzte, anschliessend aber die Konzentration und auch die Arbeitsmotivation erhöhte!

Scheint also nicht ganz so schlimm gewesen zu sein!


Nachtrag vom  28.September: 

Zwischenzeitlich ist das Pony sehr artig ?(

Eigentlich warte ich nur auf den nächsten Klops, aber bisher geht es alles gut.

Das Pony lässt sich anstandslos führen (abgesehen davon dass sie sich gelegentlich in vorauseilendem Gehorsam vorsichtshalber selber bestraft und stehen bleibt :rolleyes: ) Aber daran arbeiten wir.

Heute habe ich zum 3. Mal mit Chambon longiert und bin ganz begeistert. Das Pony hat den Sinn schon verstanden und läuft nach kurzer Zeit schon v/a. Im Schritt immer, im Trab gelegentlich. Und weil man dafür so was von ganz dolle gelobt wird, findet man sich tooootal super! :lach:

Beim Putzen kam mir Jalda heute richtig gross vor 8o werde die Tage nochmal messen müssen!