Die Welt war gross und unerforscht. Na dann... So war es kein seltenes Bild: Fuzzy im Galopp voran, dahinter Muttern und an ihrem Strick ich. So konnte es nicht weitergehen.
Das Tier war wendig wie ein Aal, und es kostete mich täglich mehr Mühe, sie in die Box zu bringen.
Noch bevor sie 4 Wochen alt war, lernte sie Halfter tragen, Führen und Anbinden.

Und so war es auch kein Problem, mit ihr auszureiten, natürlich nur kleine Runden.
Im August 1998 waren wir auf der Fohlenschau in Bergisch-Gladbach, wo Fuzz sich von ihrer schlechtesten Seite präsentierte, und wir letzte wurden.
Als sie Schritt gehen sollte, wollte sie unbedingt traben, als sie traben sollte, zog sie Muttern im Galopp, und als sie freilaufen durfte, sprang sie über die Blumenkästen, und fing dann an zu fressen.


Nach der Fohlenschau wird es dann doch noch richtig warm, und ich muss Fuzzy das Fell ausziehen, da es nicht von selber ausfallen will. Sie steht schon schwitzend in der Box. Aber Schermaschine findet sie uninteressant. Danach sieht sie richtig gut aus...

Im Oktober 1998 kommt sie in eine Isländerherde mit 10 Isis aller Altersklassen. Dort lernt sie Freilaufen auf Kommando, Führen in der ordentlichen Form, Longieren, und wir wiederholen die Sache mit dem Spritzen durch den Tierarzt, was sie jetzt gar nicht mehr schlimm findet. Ich fahre jeden Tag bei ihr vorbei, zum füttern, bürsten und nach dem rechten schauen. Denn mittlerweile hat sie gelernt, über Zäune und Bäche zu springen. Und sie hat sich auch schon an das Übungsmaterial der anderen Reiter gewöhnt. Planen, Schirm, Podest, Tonnen und Reifen. Ausserdem laufen da neben großen und kleinen Pferden auch noch Ziegen, Hunde, Katzen und Pfaue umher.
Im Spätsommer 2000 hole ich sie wieder in die Waldau. Da lernt sie Verladen und Hängerfahren.
Dort setzt sie sich nach nur 5 Stunden in einer Herde von 4 Stuten gegen die ranghöchste Stute durch, die dafür berüchtigt ist, alles durch den Zaun zu treten. Sie hatte keine Schramme und die andere Stute nur einen Schmiss an der Schulter.
Im Oktober mache ich mit ihr den Rallyeparcours an der Hand: Reifen ziehen, Flattervorhang, auf einem Teppich stehen.
Über den Winter 2000 vertiefen wir das Longieren, und ich reite mit ihr, so oft es geht, aus. Als Handpferd hat sie nichts verlernt, allerdings binde ich sie jetzt nicht mehr fest, sondern halte sie am Halfter.
Im Frühjahr 2001 bekommt sie die ersten Hufeisen (aber nur vorne), da die Hufe durch die viele Ausreiterei ganz schön runtergelaufen sind.
Zusammen mit Muttern und Morina von Dorothea fahren wir das erste Mal Transporter bis nach Brühl, reiten dort 2 Stunden aus, und fahren wieder zurück.
Auch der Rallyeparcours vom Frühjahr beeindruckt sie nicht wirklich: Brücke, Reifengasse, Slalom,viele Stangen zum drübertreten...
Nun muss Fuzz auch noch den Reiterpasslehrgang als Handpferd mitmachen. Das ist therapeutisch sehr wirksam, denn man lernt da sooo viele Sachen. Reiten in der großen Gruppe, mal vorne, mal hinten, andere galoppieren weg oder kommen von hinten angetrabt, Reiten im Strassenverkehr, und und und...
Am 22. Juli 2001 habe ich sie dann das erste Mal am Halfter bis zur Weide geritten. Ich hatte schon erwartet, dass sie das nicht weiter interessiert, aber dass es ihr so egal ist...
Wir bestreiten im August 2001 unsere erste Handpferde-Rallye in Schweinheim.
Sie bekommt jetzt auch eine eigene Trense. Gelegentlich hat sie sie zum Freilaufen an, um sich langsam daran zu gewöhnen.
Für diesen Winter habe ich mir vorgenommen, das Pony einzufahren. Sie ist jetzt 3 1/2. Ich werde jetzt das Longieren intensivieren und danach mit Doppellonge anfangen.
Ende Oktober hatte sie sich an die Trense gewöhnt. Ich kann sie jetzt schon damit longieren,Anfang November dann 2 mal Langzügelarbeit, lenken ist noch nicht ganz klar, da nimmt sie halt den Kopf rum, und geht geradeaus weiter. Klappt aber nach ein paar Versuchen. In der gleichen Woche das erste Mal Doppellonge. Geht ganz vorzüglich, und wider Erwarten interessiert sie sich nicht dafür, dass die Longe um die Beine baumelt. In der Woche reite ich auch das erste Mal mit Trense (und ohne Sattel) ins Gelände. Ok, das ist übertrieben... wir reiten einmal um die Hofweiden. Bei der Gelegenheit lernt sie, dass man nicht immer nur zur Weide reitet, dass man auf dem "Green" auch laufen kann, ohne zu fressen, und dass es nicht wirklich schlimm ist, wenn einem jemand im Galopp entgegenkommt, Jagdsprünge springt und dabei vom Pferd fällt.
In der darauffolgenden Woche versuchten wir es noch mal mit der Doppellonge, was hervorragend funktionierte.
Am 15.November ließ Stephan sie das erste Mal einen Reifen ziehen. Man merkte schon, dass sie das anstrengend fand, aber sie hat es brav gemacht.
Im Dezember bin ich schließlich das erste Mal mit Sattel und Trense eine etwas größere Runde im Gelände geritten. Mit Nadine auf Muttern. Da Fuzzys Sattel im Keller liegt, habe ich Mutters Sattel genommen, der aber auf dem Speckpony nicht wirklich hielt. Nachgurten konnte ich auch nicht, da Fuzz bei jeder Gewichtsverlagerung schwankte, und die Strippen bei dem Kurzgurt so tief unten liegen. Wir sind nur Schritt geritten, aber Fuzz war mutig genug, immer vorne zu gehen.
Lenken und bremsen klappte auch besser. Der große Vorteil ist, dass sie durch die Handpferdereiterei viele Kommandos (steh, weiter, rüber, langsam, zurück) kennt, und ich gut mit Stimme arbeiten kann.
Am 21.12. ritten wir erstmalig mit Sattel und Trense in der Halle. Lenken und Bremsen kein Problem.
Wir sind 2 lange Seiten getrabt, was aber noch problematisch ist.